Monday, 7 August 2017

{German} Ewigkeitsgefüge - Laura Labas

Ein Urban-Fantasy-Roman, der besser sein könnte.

Für Fans von: City of Bones - Cassandra Clare, Angelfall - Susan Ee
Veröffentlichung: 2017
ISBN: 3959912978
Seiten: 310
Goodreads

Klappentext: »Er war ein Gott, der keiner sein wollte.«

In Arden Creek ist nichts so, wie es scheint. Wer des Nachts durch die Straßen wandert, findet sich schon bald in der tödlichen Umarmung eines Mordenox wieder. Eine Kreatur, die mit ledrigen schwarzen Flügeln vom Himmel hinabstürzt und ihre Zähne in das zarte Fleisch ihrer Opfer senkt.
Lydia Prescott gehört zu einem Clan, der um diese Gefahr weiß. Als Somna ist sie dazu in der Lage, die Wandlung von Menschen zu Mordenox zu verhindern. Obwohl ihre Gabe so wichtig ist, ist sie noch nicht bereit, sie einzusetzen.
Dann aber wird ihr Clan beinahe vollständig ausgelöscht und sie muss lernen, sich selbst zu vertrauen. Gejagt von ihrem Feind und hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Mächten in der Stadt, kämpft sie darum, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihre Bestimmung zu erfüllen.



Meinung
Cover: Das Cover gefällt mir, wie die meisten von diesem Verlag, wirklich ausgesprochen gut. Was der Ausschnitt der Astronomischen Uhr in Prag da soll, verstehe ich aber nicht. Die Geschichte spielt nicht in Prag, noch hat sie etwas mit Prag oder der Uhr zu tun.

Inhalt: Der Plot hat mich leider überhaupt nicht interessiert. Da war kein Mitfiebern, keine großen Überraschungen und nur sehr wenig Originalität. Vielleicht lese ich einfach zu viel im Urban Fantasy Genre, weshalb es mir vorkommt, als hätte ich das alles schon mal irgendwo gesehen.

Die Charaktere sind mir nicht gerade sympathisch und die Charaktere, die unsympathisch sein sollen, sind einfach schlecht gemacht. Es sind Bösewichte vom Typ Ich-bin-böse-weil-ich-böse-bin.
Gleich am Anfang werden ein Haufen Charaktere vorgestellt, nur damit sie im nächsten Kapitel umgebracht werden oder spätestens ein paar Kapitel darauf sterben.
Ace und Tristan konnte ich zwischendurch nur schlecht auseinanderhalten. Wahrscheinlich, weil sie beide perfekt aussehen und perfekt sind und mir das große Kotzen bei der Vorstellung kommt.

Bei den Büchern vom Drachenmond Verlag geht es mir meistens so, dass ich die Idee mag und der Anfang ganz gut ist, aber dann geht es steil bergab. Hier war es so, dass mich die Geschichte von Beginn an nicht mitgerissen hat. Sie ist zumindest nicht schlimmer geworden.
Das erste Kapitel ist voll von Info-Dumping und hätte es die Übersicht auf der ersten Seite nicht gegeben, wäre das ganze Buch sehr verwirrend.
Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob wirklich drei verschiedene Organisationen notwendig sind, noch dazu, wenn sie so schlecht vernetzt sind. Lydia stellt immer wieder fest, wie wenig sie über die anderen Organisationen (hab ihre Namen schon vergessen) weiß, sodass ich mich frage, was sie überhaupt weiß. Oft raucht ihr der Schädel (das steht wirklich mehrmals so im Buch) bei den einfachsten Erklärungen.

Schreibstil: Die Autorin hat einen eher mittelmäßigen Schreibstil und daran könnte sie wirklich arbeiten. Sie muss noch lernen, wie man Spannung aufbaut und eine Geschichte interessant erzählt. Dann wird es auch für den Leser angenehmer.
Außerdem scheint mir das Lektorat und Korrektorat nicht sonderlich genau gewesen sein. Da gibt es ganze Absätze, die schöner formuliert sein könnten und Tippfehler findet man auch ständig.

Für meinen Geschmack gab es hier viel zu viele Strichpunkte, fast in jedem Kapitel einen. Eigentlich sollte man diese vermeiden, vor allem in Prosa-Texten. Aber ich weiß, manche Leute fühlen sich besonders intelligent, wenn sie Strichpunkte verwenden. Nur sollte man dann auch wissen, wie das richtig geht. Was auf Laura Labas nicht zutrifft.

Mein Fazit: Uninteressanter Plot und langweilige Charaktere.

Meine Bewertung: 3/5 Knöpfe

Monday, 31 July 2017

{German} Whisper - Isabel Abedi

Geisterhafte Mystery in einem kleinen Dorf.

Für Fans von: Die letzte Nach - Isabel Abedi
Veröffentlichung: 2005
ISBN3401053698 
Seiten: 275
Goodreads

KlappentextEine unwirkliche Stille liegt über Whisper, dem alten Haus, drückend und gefährlich. Als Noa es das erste Mal betritt, ist sie gleichermaßen ergriffen von Furcht und neugieriger Erwartung. Doch niemand außer ihr scheint zu spüren, dass das alte Gebäude ein lang gehütetes Geheimnis birgt ...
Nicht nur von einem geheimnisvollen Haus, auch von einem nie geklärten Mord, von menschlichen Leidenschaften und einer großen Liebe erzählt Isabel Abedi in "Whisper". Meisterhaft versteht es die Erfolgsautorin ihre Leser in eine mysteriöse, kaum auszuhaltende Spannung zu versetzen. Nicht ohne Grund ist "Whisper" für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und von der Presse hoch gelobt worden. Ein ungewöhnliches und großartiges Buch.


Meinung
Cover: Was der fallende Edelstein da soll, versteht man erst, wenn man das Buch gelesen hat. Ich mag diese Schlichtheit, nur die Schriftart gefällt mir nicht ganz. Der Titel bezieht sich auf das Haus, das die Hauptfigur Noa so nennt, aber bis zum Schluss habe ich nicht verstanden, warum sie den Namen passend findet.

Inhalt: Die Handlung von Whisper hat mich stark an Die Längste Nacht erinnert, Isabel Abedis neuesten Roman. Es gibt viele Parallelen: Ein Mädchen kommt neu in ein Dorf, wo es bald auf ein dunkles Geheimnis stößt. Es geht um einen ungeklärten Mord, bei dem ein ungewöhnliches Mädchen umgebracht wurde, in dessen Schatten die neugierige Protagonistin steht. An ihrer Seite steht ein (natürlich) gut aussehender Kerl, in den sie sich verliebt. Die Dorfbewohner verhalten sich verdächtig, jeder scheint etwas zu wissen, keiner will aber etwas verraten. Unbekannte Verwandtschaftsverhältnisse werden aufgedeckt. Hier hat die Protagonistin Höhenangst, dort hat sie Angst vor dem Fallen. Ein VW-Bus kommt auch in beiden Büchern vor.
Hätte ich vorher nicht Die Längste Nacht gelesen, hätte mir Whisper vielleicht ein bisschen besser gefallen. Wobei es mir umgekehrt nicht anders gegangen wäre.

Selbstverständlich hat Whisper auch viel Neues zu bieten, sonst hätte ich es nicht gelesen. Ich mochte die Idee mit dem Geist, der mit Noa und David mittels Gläserrücken kommuniziert. Die Tagebucheinträge am Anfang jedes Kapitels haben auch hervorragend dazugepasst. Sie hatten fast immer eine Gemeinsamkeit mit der Handlung in der Gegenwart, und wenn es nur das Wetter war.

Die Protagonistin Noa war mir gleich sympathisch. Sie hat eine selbstbewusste Art, mag es aber nicht - im Gegensatz zu ihrer Mutter - im Rampenlicht zu stehen. Außerdem ist sie abenteuerlustig und neugierig, was die Handlung schnell vorantreibt. Fotografie ist ihre Leidenschaft und die Autorin scheint hierbei gut recherchiert zu haben.
Ihre Mutter Kat ist auch eine ganz besondere Figur, so ganz anders als Noa, aber sie haben mehr gemeinsam als ihnen beiden lieb ist.
Alle Charaktere hatten schon vor Beginn des Romans eine Vergangenheit, was wirklich toll miteingebunden wurde. Dadurch wirkten sie besonders realitätsnah.

Schreibstil: Isabel Abedis Stil hat mich schon in Die Längste Nacht begeistert. Ihr gelingt es meisterlich, ein Bild zu malen, das man ganz klar vor sich sieht.

Bis zum Schluss hatte ich wirklich keine Ahnung wer der*die Mörder*in ist. Wobei ich die endgültige Auflösung dann doch etwas an den Haaren herbeigezogen fand.
Es gibt nicht ein zähes Kapitel oder einen überflüssigen Satz. Die Spannung wird immer beibehalten und ich konnte das Buch wieder einmal kaum aus der Hand legen.
Nur leider kann die Autorin nicht das Selbe und das Gleiche auseinander halten.

Mein Fazit: Ich hoffe, dass sich in Isabel Abedis anderen Büchern nicht auch so ein Handlungsmuster abzeichnet, denn ich werde sie bestimmt alle lesen!

Meine Bewertung: 4/5 Knöpfe

{German} Die Worte der Weißen Königin - Antonia Michaelis

Die herzergreifende Geschichte eines Jungen, der so gerne ein Adler sein möchte.

Für Fans von: Bröderna lejonhjärta - Astrid Lindgren, Tintenherz - Cornelia Funke
Veröffentlichung: 2011
ISBN: 3789142913
Seiten: 272
Goodreads

KlappentextNiemanden beneidet Lion mehr als die Seeadler, wenn er sie beobachtet, wie sie hoch am Himmel kreisen, so frei und glücklich. Bei ihm zu Hause in dem Dorf an der Ostsee gibt es nicht viel, auf das man neidisch sein könnte. Immer häufiger verwandelt sein Vater sich im Alkoholrausch in den gewalttätigen schwarzen König, der Lion misshandelt. Als er es nicht mehr aushält, flüchtet Lion in den Wald zu den Adlern. Doch das Leben dort ist hart und immer wieder denkt Lion an die weiße Königin, die alte Frau, die ihm einst so wunderbar vorgelesen hat. Durch sie hat er den Zauber der Worte, ihre Wärme und Kraft entdeckt Antonia Michaelis erzählt eine tief berührende Geschichte über familiäre Gewalt und die Kraft, sich zu befreien Eine sprachlich brillante Hommage an die Macht der Worte und der Fantasie.


Meinung
Cover: Es ist eher schlicht gehalten, was gut zur Stimmung im Buch und dem Stil der Autorin passt. Nimmt man den Schutzumschlag ab, ist der Ast noch da, der Junge aber nicht mehr. Auch die Umrisse des Adlers auf der Rückseite verschwinden auf diese Weise.

Inhalt: Lions Kindheit ist keine leichte. An seine Mutter kann er sich kaum erinnern und sein Vater distanziert sich mehr und mehr. Als er seinen Job verliert, fängt er zu trinken an und verwandelt sich - in Lions Augen - in den schwarzen König. Dann schlägt er Lion auch, fügt ihm furchtbare Verletzungen zu.
Nur zwei Personen geben ihm Kraft: Einerseits ist da eine ältere Dame, die Lion die weiße Königin nennt und die einmal pro Woche in der Kirche Geschichten vorliest. Andererseits ist da auch Olin, Lions Schwester, die ganz allein seiner Einbildung entsprungen ist. Aber dank der weißen Königin hat er ein Ziel vor Augen und Olin ist so etwas wie sein Gewissen und seine Motivation.
Dann ist da natürlich Rikikikri der Seeadler. Mit seiner Zähmung bekommt Lion eine Aufgabe und auch einen Freund, der ihn beschützt.

Ich habe sehr mit Leon mitgelitten, aber manchmal war es auch ein bisschen frustrierend. Da wäre ich wie Olin gerne neben ihm gestanden und hätte ihn angebrüllt, dass er endlich etwas tun soll, dass er weglaufen soll oder sich wehren soll.
Dann begegnet er auch mehrere Male dem Jungen mit dem MP3-Player und fragt ihn nie, wie die weiße Königin heißt, daran denkt er nicht mal.

Obwohl er Angst vor dem schwarzen König hat, will er ihn nicht kampflos aufgeben. Er weiß, dass sein Vater irgendwo in diesem brutalen, hasserfüllten Körper steckt. Er begegnet ihm nicht mit Wut und noch mehr Hass, sondern mit Liebe. Das fand ich wirklich schön.
Am Ende musste ich beinahe weinen, ja, es hat mir fast das Herz zerrissen.

Schreibstil: Das Buch hat einen sehr ernsten, aber irgendwie auch poetischen Ton. Wir erleben die Handlung aus Lions Sicht, was - wie ich finde - sehr realistisch dargestellt ist.

Es geht vorrangig um die Macht der Worte und auch die Vorstellungskraft. Oft war ich mir nicht sicher, wie viel davon echt ist und wie viel Lion sich einbildet. Das wird auch nicht aufgelöst, bis auf Olin, die außer Lion niemand sehen kann. Aber was echt ist und was nicht, das spielt gar keine Rolle, weil alles wunderbar harmonisiert. Man braucht sich einfach nur zurücklehnen und kann das Buch auf sich einwirken lassen, ohne großartig darüber nachzudenken.

Von Antonia Michaelis kannte ich vor diesem Roman noch gar nichts, habe auch noch nie etwas von ihr gehört. Das Buch habe ich zufällig bei Tedi gefunden und da es nur 2€ gekostet hat, habe ich es mitgenommen. Ich wurde nicht enttäuscht! Von dieser Autorin werde ich in Zukunft sicher noch mehr lesen!

Mein Fazit: Kein Buch, das man einfach so unterwegs liest. Das sollte man wirklich in Ruhe tun und sich Zeit dafür nehmen!

Meine Bewertung: 4/5 Knöpfe

Thursday, 27 July 2017

{German} Der Pakt (Feuer & Glas #1) - Brigitte Riebe

Ein mystisches Abenteuer im mittelalterlichen Venedig

Für Fans von: Herr der Diebe - Cornelia Funke, Die Fließende Königin - Kai Meyer, Der Kuss der Russalka - Nina Blazon
Veröffentlichung: 2012
ISBN: 3453267389
Seiten: 384
Goodreads

Klappentext: Venedig im Jahr 1509: Ein machtvolles Glasartefakt und die letzte Erinnerung an einen verschwundenen Vater … Eine uralte Fehde zweier verfeindeter Völker … Und ein Mädchen, das nicht ahnt, dass es den Schlüssel zur Rettung Venedigs in seinen Händen hält...
Für die sechzehnjährige Milla scheint die Zeit stehen zu bleiben, als sie an einem heißen Frühlingstag dem jungen Gondoliere Luca begegnet. Wie ein Aristokrat aus einer anderen Zeit gleitet er, gemeinsam mit einer Katze, auf einer blauen Gondel durch einen stillen Kanal. Milla ist verzaubert und kann den jungen Mann nicht vergessen. Als kurze Zeit später dieselbe geheimnisvolle Katze im kleinen Lokal ihrer Mutter und Tante auftaucht, folgt sie ihr durch die Gassen Venedigs. Sie gelangen zu einem reichen Stadthaus – und Milla sieht Luca wieder. Er ist jedoch nicht allein, und plötzlich wird Milla in den Strudel dunkler Vorkommnisse um das Ende der mächtigen Lagunenstadt gezogen. Stammt sie wirklich von den Feuerleuten ab, die seit jeher gemeinsam mit den Wasserleuten Venedig beschützen? Was empfindet Luca, einer der Wasserleute, wirklich für sie? Und hat all das mit dem Verschwinden ihres Vaters zu tun? Zwischen Liebe und Zweifel hin- und hergerissen, kann Milla niemandem vertrauen – außer einer Katze und ihrem Gespür für die Wahrheit...



Meinung
Cover: Ich bin ja bekanntlich kein Fan von Gesichtern auf Buchumschlägen und hier geht es mir nicht anders. Die Person hier hat zwar rote Haare, aber im Buch wird beschrieben, dass Milla Locken hat. Das sind höchstens Wellen.
Und warum ist sie so stark geschminkt? Wir befinden uns im 16. Jahrhundert, noch dazu lebt Milla in sehr einfachen Verhältnissen. Dass sie sich Make-Up leisten kann, bezweifle ich stark.
Allein am Cover erkennt man nicht, in welcher Zeit das Buch spielt. Normalerweise sieht man sofort am Cover, zu welchem Genre die Bücher gehören.

Inhalt: Eigentlich passiert in diesem Buch nicht viel, obwohl es so lang ist. Mitunter ist es wirklich zäh wie Kaugummi und vieles wiederholt sich. Hätte man es um hundert Seiten gekürzt, wäre es wirklich spannender gewesen.

Die Hälfte des Romans läuft Milla nur durch die Gegend, kommt es mir vor. Oft rennt sie von einem Ort weg und dann gleich wieder zurück. Außerdem will sie immer überall alleine reinrennen, obwohl Luca ihr seine Hilfe anbietet und dann wird sie doch wieder nur entführt, gefesselt oder betäubt. Als ob sie nicht daraus lernen würde.
Generell fiel es mir schwer, mich mit den Figuren zu identifizieren, vor allem mit Milla. Sie ist stur, aber die nervige Art von stur. Trotzig sein kann sie wie ein Kind und sie scheint nie richtig zu wissen, was sie will.
Was sie so toll an Luca findet, erschließt sich mir nicht ganz. Außer dass er natürlich wunderschln ist, wie es sich für den Love Interest der Hauptfigur gehört *kotz*. Man erfährt so gut wie nichts über ihn oder seine Interessen. Nun, das wissen wir auch nicht von Milla, außer dass sie von ihrem Vater das Glasblasen gelernt hat. Aber arbeitet sie gerne in der Taverne oder würde sie nicht lieber etwas ganz anderes machen?

Marco hätte ein viel interessanterer Charakter sein können, so ein zwielichtiger Typ, der weder richtig gut noch böse ist. In seiner Position hätte das gut der Fall sein können. Aber dem ist Brigitte Riebe nicht nachgegangen, sondern hat aus ihm einen Langweiler gemacht, der Milla hinterherrennt wie ein Hund.

Die ganze Sache mit dem Vater und der Gondel war mehr als mysteriös. Hätte der Vater sich ein bisschen genauer ausgedrückt, wäre die Sache viel einfacher gewesen. Das Rätsel ist viel zu schwammig. Das hätte, wie Milla festgestellt hat, so ziemlich alles sein können.
Im Allgemeinen fällt Milla Vieles durch Zufall in die Hände und Luca taucht immer genau da auf, wo Milla ihn braucht oder sie ihn eben nicht braucht. Dass das vielleicht zu seinen Fähigkeiten gehört, wird nicht erwähnt.
Die Legende an sich ist auch etwas seicht. Da hätte die Autorin wirklich etwas mehr Aufwand in das Worldbuilding stecken können.

Schreibstil: Ich hatte nur selten das Gefühl, einen historischen Roman zu lesen. Die paar eingestreuten, alten Wörter haben daran nichts ändern können. Woran genau es lag, kann ich leider nicht benennen. Oft musste ich nach hinten zum Glossar blättern, was wirklich nervig ist. Wenn ein potentiell schwieriger Begriff das erste Mal aufkommt, sollte er kurz erklärt werden. Begegne ich diesem später nochmal, dann ist es tatsächlich praktisch, wenn ich nachschlagen kann.
In Venedig war ich schon oft, aber die Autorin schafft es einfach nicht, das Feeling richtig rüber zu bringen. Ihre Bemühungen sind manchmal fast krampfhaft. Außerdem beschreibt sie fast nur bekannte Sehenswürdigkeiten, was ich wirklich schade finde. Denn so sieht man die touristische (wenn auch historisch-touristische) Seite der Stadt und nicht, wie Venedig wirklich ist bzw. war.

Die Formulierungen sind oft sperrig, wollen nicht ineinander fließen. Das stört einfach beim Lesen. Die Autorin verwendet Ausrufezeichen geradezu inflationär. Manchmal schreien die Figuren oder rufen sich etwas zu, obwohl sie nebeneinander stehen.
Davon abgesehen sind die Kapitel viel zu lang, im Schnitt 20-30 Seiten oder sogar mehr. Das verleitet einfach nicht, nochmal schnell ein Kapitel zu lesen. Oft hat es mich einiges an Überwindung gekostet, das Buch wieder in die Hand zu nehmen.

Mein Fazit: Die Light-Version eines historischen Fantasy-Romans. Kann man lesen, muss man nicht.

Meine Bewertung: 3/5 Knöpfe

{German} Die Verratenen (Die Verratenen #1) Ursula Poznanski

Spannende Dystopie aus der Feder einer österreichischen Autorin.

Für Fans von: Divergent - Veronica Roth, Legend - Marie Lu, The 5th Wave - Rick Yancey, The Darkest Minds - Alexandra Bracken
Veröffentlichung: 2012
ISBN: 3785575467
Seiten: 464
Goodreads

Klappentext: Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.


Meinung
Cover: Der Stil ist schlicht, ein wenig futuristisch, würde ich beinahe sagen, und harmoniert wunderbar mit dem abgebildeten Kastanienblatt. Das sagt auch schon viel über den Inhalt des Buches aus.

Inhalt: Da ich eher englische als deutsche Bücher lese und dieses Buch noch dazu aus Österreich kommt, habe ich mich sehr über diese Abwechslung gefreut. Die meisten Dystopien, die ich bisher gelesen habe, spielen in Amerika und sind nur darauf fokussiert. Wie ich schon in meinem Beitrag über Dystopien geschrieben habe, fragte ich mich dann immer: Was machen die in Europa? Sitzen die da einfach und sagen: "He, in Amerika lassen die wieder Kinder sich gegenseitig umbringen. Sollen wir was unternehmen?" - "Ach nee, solange sie uns in Ruhe lassen..."

Ich finde es daher toll, dass das Buch in Mitteleuropa spielt, zumindest nehme ich das an. Es gibt immerhin eine Sphäre die Vienna 2 heißt. Was sicher interessant wäre, ist eine Karte, auf der man sieht wo die Handlung spielt. Vielleicht ist irgendwas davon sogar in meiner Nähe (;
Jedenfalls kann Ursula Poznanski sehr wohl mit den Suzanne Collinses und Veronica Roths da draußen mithalten.

Die Charaktere sind leider etwas seicht geraten, bis auf Ria. Was vielleicht daran liegt, dass alles aus ihrer Sicht geschrieben ist, aber selbst da kann man den Nebencharakteren mehr Tiefe verleihen.
Ihre Beziehung zu Aureljo hat mich ein wenig verwirrt. Also, sie sind zusammen, aber irgendwie ist da keine Romantik. Er ist einfach ihr Freund. Da habe ich zwischen Ria und Sandor schon mehr knisternde Spannung erkannt. Eigentlich stört es mich gar nicht, dass es hier keine große Romanze gab. Das ist in den meisten Fällen sowieso überflüssig oder nicht gut ausgeführt.

Bis zuletzt war es wirklich spannend, wer denn nun der Verräter unter den Verratenen ist. Ich hätte es wirklich allen zugetraut, sogar Ria. Ja, und das obwohl sie die Ich-Erzählerin ist. Es hätte ja etwas in Richtung Der Kameramörder von Thomas Glavinic sein können.

Schreibstil: Ursula Poznanski schreibt sehr schlicht und unausgeschmückt, was wirklich gut zum Inhalt passt. Das Erzähltempo ist gerade richtig, sodass es nicht langweilig wird. Trotzdem hat es am Anfang ein wenig gedauert, bis ich in das Buch hineingefunden habe.

Obwohl wir viel über die Welt (oder vielmehr Welten), in der die Charaktere leben, erfahren, bleibt vieles doch noch im Dunkeln. Sehr mysteriös und das lädt auf jeden Fall dazu ein, auch noch die anderen beiden Teile zu lesen. Was ich bei Gelegenheit ganz sicher tun werde.

Mein Fazit: Obwohl ich kein Fan von Dystopien bin, konnte mich diese doch begeistern. Das sagt also schon viel über dieses Buch aus.

Meine Bewertung: 4/5 Knöpfe

{German} Die Längste Nacht - Isabel Abedi

Mystery ganz ohne Fantasy

Für Fans von: Pretty Little Liars - Sara Shepard
Veröffentlichung: 2016
ISBN: 3401061895
Seiten: 400
Goodreads

Klappentext: Es sind nur ein paar Sätze in einem noch unveröffentlichten Manuskript, das Vita im Arbeitszimmer ihres Vaters findet - aber etwas an ihnen verzaubert und verstört die Siebzehnjährige gleichzeitig. Wenig später bricht sie mit ihren Freunden zu einer Fahrt quer durch Europa auf und stößt in Italien durch Zufall auf den Schauplatz des Manuskripts: Viagello, ein malerisches kleines Dorf. Der Ort strahlt für Vita eine merkwürdige Anziehungskraft aus, die noch stärker wird, als ihr der Seiltänzer Luca buchstäblich vor die Füße fällt. Auf den ersten Blick ist Luca für Vita etwas Besonderes, doch etwas an ihm und seiner Familie kann sie nicht fassen. Noch ahnt sie nicht, dass er sie auf eine Reise tief in ihre Erinnerungen führen wird, an deren Ende etwas steht, was einst in Viagello geschah - in jener längsten Nacht.


Meinung
Cover: Was man auf dem Bild nicht erkennen kann, ist, dass das Profil des Mädchens, das an einen Scherenschnitt erinnert, tatsächlich ausgeschnitten ist und das Gelb des Einbandes durchblicken lässt. Ich habe das Buch gebraucht gekauft, in sehr gutem Zustand, bin aber verwundert, dass von diesem Ausschnitt nichts aufgerissen war, weil das oft das erste ist, das kaputt wird.
Vor dem Lesen dachte ich, dass das Buch mehr mit Feuer zu tun haben würde. Die Längste Nacht passt auch irgendwie nicht zum Sommer, in dem das Buch spielt, weil da die Nächte eigentlich kurz sind. Am Ende ergibt zumindest der Titel Sinn.

Inhalt: Auf das Buch bin ich aufmerksam geworden, weil ich auf der Frankfurter Buchmesse bei einer Lesung von Isabel Abedi war, die eben dieses Werk vorgestellt hat. Davor habe ich noch nie ein Buch von ihr gelesen, habe aber von ihr gehört und weil ich Zeit hatte und neugierig war, bin ich hingegangen. Sie hat mehrere Stellen aus den ersten Kapiteln vorgelesen, die mein Interesse geweckt haben. Leider hatte ich kein Bargeld mehr dabei und konnte es mir nicht gleich kaufen und signieren lassen. Außerdem war die Schlange wahnsinnig lange. Im Großen und Ganzen nicht weiter schlimm.
Es hat dann doch noch einige Zeit gedauert, bis ich es gelesen habe, aber es war ganz gut, dass ich es mir für den Sommer aufgehoben habe. Dafür habe ich nur einen halben Tag gebraucht.

Angefangen hat es wie ein Roadtrip, quer durch Europa. Obwohl noch mehr Aufenthalte angekündigt sind, bleiben Vita und ihre beiden Freunde in Italien hängen. Besonders die Atmosphäre am Anfang hat mir sehr gut gefallen. Die drei haben die Schule abgeschlossen und nun steht ihnen die Welt offen. Dann ist da auch noch dieses mysteriöse Manuskript und die ungewöhnliche Beziehung zwischen Vita und ihren Eltern.

Was mir mitunter ein bisschen zu viel wurde, war das ganze Drama rund um Vitas Schwester. Natürlich ist das der zentrale Punkt der Geschichte, aber durch die ganzen Erzählungen wird sie auf ein Podest gehoben, als wäre sie ein Übermensch.
Mitunter ist es etwas eintönig, da Vita Vieles nur erzählt bekommt, was es über ihre Schwester zu wissen gibt. Besser wäre es gewesen, wenn Vita mehr von sich aus entdeckt hätte. Ansonsten fand ich das Rätsel rund um den Tod der Schwester sehr spannend, nur der letztendliche Grund kam mir fast schon zu banal vor.

Die Romanze war meiner Meinung nach nicht nötig. Es ist offensichtlich, dass die beiden ein Paar werden, gleich in dem Moment, in dem sie sich treffen. Wenn ein Junge auftaucht, der "so aussieht, als wäre er ein paar Jahre älter" als die weibliche Protagonistin, sollte das wirklich niemanden mehr überraschen. Isabel Abedi kann zwar spannend schreiben, aber die große Romantikerin scheint sie nicht zu sein. Ohne diese Liebesgeschichte wäre das Buch vielleicht etwas kürzer gewesen, aber das hätte mich nicht gestört.

Schreibstil: Isabel Abedi hat einen ganz eigenen Schreibstil. Jedes Wort scheint mit Bedacht gewählt worden zu sein und keines ist überflüssig. Sie beschreibt alles so lebendig, als wäre man selbst dort. Dabei baut sie auf alle Sinneseindrücke auf, ja, ich konnte das köstliche Essen beinahe schmecken und fast die Hitze auf meiner Haut spüren. Gut, an dem Tag war es auch wirklich heiß, aber das italienische Klima ist noch einmal anders. Hätte ich den Urlaub nach Italien nicht schon gebucht gehabt, hätte ich es nach diesem Buch bestimmt gemacht!

Toll ist es auch, dass die Autorin nicht irgendeine bekannte Großstadt als Schauplatz gewählt hat, sondern einen kleinen Ort, den es eigentlich gar nicht gibt. Aber jede_r kennt so ein Dorf in Italien und selbst wenn nicht, fühlt man sich sofort dorthin versetzt.

Mein Fazit: Ein spannender Roman, der sich schnell und flüssig lesen lässt.

Meine Bewertung: 4/5 Knöpfe

{English} Fire Study (Study #3) - Maria V. Snyder

(Zwischenüberschrift)

Review of part 1: Poison Study
Review of part 2: Magic Study

For fans of: Thrones of Glass - Sarah J. Maas, His Fair Assassin - Robin LaFevers
Publication: 2008
ISBN: 1848452411
Pages: 441
Goodreads

Blurb: The apprenticeship is over—now the real test has begun.

When word that Yelena is a Soulfinder—able to capture and release souls—spreads like wildfire, people grow uneasy. Already Yelena's unusual abilities and past have set her apart. As the Council debates Yelena's fate, she receives a disturbing message: a plot is rising against her homeland, led by a murderous sorcerer she has defeated before....

Honor sets Yelena on a path that will test the limits of her skills, and the hope of reuniting with her beloved spurs her onward. Her journey is fraught with allies, enemies, lovers and would-be assassins, each of questionable loyalty. Yelena will have but one chance to prove herself—and save the land she holds dear.




Opinion
Cover: This one is as simple as the others and I really like all of them. The title matches very well too, since fire is an important aspect here.

Content: I'm slightly disappointed. There wasn't much in here of what made me fall in love with the first book. I liked it better when the story was still set only in Ixia. Don't get me wrong, the story was still enjoyable, but it wasn't the same. The feeling of all of it was quite like the second book. Unfortunately there wasn't much new in here. Poison Study is still a special snowflake, while Fire Study is just like every High Fantasy novel ever.

I instantly liked Yelena in the first book, I wanted to be like her, but it was hard to relate to her here. So many conflicts could have been avoided, if she had just listened to others. Some scenes were really frustrating to read.
I'm still not the biggest fan of Valek and this book didn't change much. He's like the unimportant love interest from Hollywood blockbusters. Just there to support Yelena (but of course not all the time), cause drama and... well, be the love interest. Because somehow there has to be a steamy romance in all Fantasy novels. Just that it's not steamy.

The plot got confusing at some points, as if it wasn't planned through enough. I was missing the golden thread here. While I couldn't stop reading Poison Study and even Magic Study sometimes, I couldn't wait to finish Fire Study.

Writing Style: Everything felt drawn out, it was really slow in the beginning and the end. There were things that I liked, yes, but they were overshadowed by the boring parts. If the author would have increased the pacing, shortened all the lengthy parts and maybe put it into one novel with Magic Study, I'm sure it would have been much better.
There are many more books in this series, but back in 2008 Fire Study was supposed to be the conclusion of this trilogy. It is definitely missing the big BOOM that other third novels usually have.

My conclusion: Even though I'm not completely satisfied with this book, I'll continue reading the series. Just not immediately, maybe.

My rating: 3/5 Buttons